Probiotika enthalten lebende Mikroorganismen, während Präbiotika bestimmten Darmmikroorganismen als Nahrung dienen. Probiotika können vor allem bei bestimmten Beschwerden sinnvoll sein, beispielsweise zur Vorbeugung von Durchfall während einer Antibiotikatherapie. Präbiotika sind dagegen besonders als Bestandteil einer ballaststoffreichen Ernährung sinnvoll, da sie ausgewählte Darmmikroorganismen fördern können. Ob zusätzliche Präparate sinnvoll sind, hängt vom individuellen Bedarf ab.
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Probiotika oder Präbiotika: Die Unterschiede im Überblick
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Probiotika und Präbiotika zeigt die folgende Tabelle:
| Merkmal | Probiotika | Präbiotika |
| Was ist das? | Lebende Mikroorganismen mit nachgewiesenem gesundheitlichem Nutzen | Substanzen, die gezielt von Mikroorganismen genutzt werden und gesundheitlich nützen |
| Wie wirken sie? | Können bestimmte Darmfunktionen beeinflussen | Fördern die Aktivität ausgewählter Mikroorganismen |
| Beispiele | Bestimmte Bifidobakterien, Laktobazillen und Hefen | Inulin, Fructooligosaccharide (FOS), Galactooligosaccharide (GOS) |
| Vorkommen | Bestimmte fermentierte Lebensmittel und spezielle Präparate | Vor allem pflanzliche Lebensmittel und spezielle Präparate |
Was sind Probiotika und wie wirken sie?
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, meist Bakterien oder Hefen, die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen haben. Je nach Mikroorganismenstamm können sie beispielsweise:
- mit anderen Darmmikroorganismen interagieren,
- die Schutzfunktion der Darmwand unterstützen,
- bestimmte Verdauungsprozesse beeinflussen.
Wichtig: Nicht alle Lebensmittel mit lebenden Bakterienkulturen gelten automatisch als probiotisch. Entscheidend ist, dass ein gesundheitlicher Nutzen nachgewiesen wurde. Deshalb sind auch fermentierte Lebensmittel wie Joghurt oder Kefir nicht grundsätzlich probiotisch.

Wann sind Probiotika sinnvoll?
Probiotika können bei bestimmten Verdauungsbeschwerden helfen. Ihre Wirksamkeit hängt allerdings vom jeweiligen Mikroorganismenstamm, der Dosierung und dem Anwendungsbereich ab.
- Bei antibiotikabedingtem Durchfall: Bestimmte Probiotika können das Durchfallrisiko während einer Antibiotikatherapie senken. Hempel et al. (2012) zeigen in einer Metaanalyse von 63 Studien, dass das Risiko mit Probiotika im Durchschnitt um 42 % geringer war.
- Bei Verstopfung: Einige Probiotika können die Häufigkeit des Stuhlgangs erhöhen und die Darmpassage beschleunigen. Dimidi et al. (2014) stellten in einer Metaanalyse entsprechende Verbesserungen fest, allerdings nicht bei allen untersuchten Mikroorganismen.
- Bei Reizdarmsyndrom: Die Wirkung von Probiotika ist bislang nicht ausreichend gesichert. Einzelne Präparate könnten Beschwerden lindern, die Studienergebnisse sind jedoch uneinheitlich. Su et al. (2020) empfehlen Probiotika in einer medizinischen Leitlinie deshalb nur im Rahmen klinischer Studien.
Was sind Präbiotika und wie wirken sie?
Präbiotika sind Substanzen, die bestimmten Darmmikroorganismen als Nahrung dienen und dadurch einen gesundheitlichen Nutzen haben. Viele davon gehören zu den Ballaststoffen, die unverdaut in den Dickdarm gelangen. Dort werden sie von Mikroorganismen verwertet. Dabei können kurzkettige Fettsäuren entstehen, die unter anderem für die Darmfunktion wichtig sind.
Bestimmte präbiotische Ballaststoffe können die Zusammensetzung der Darmmikrobiota beeinflussen. Eine Metaanalyse von So et al. (2018) zeigte unter anderem, dass bestimmte Ballaststoffe die Anzahl von Bifidobakterien und Laktobazillen erhöhen können.
Welche Lebensmittel enthalten Präbiotika?
Präbiotika stecken vor allem in folgenden pflanzlichen Lebensmitteln:
- Chicoréewurzel und Topinambur: enthalten besonders viel Inulin.
- Zwiebeln und Knoblauch: liefern Inulin und Fructooligosaccharide.
- Lauch und Spargel: enthalten präbiotisch wirkende Fruktane.
Inulin und Fructooligosaccharide gehören zu den am besten untersuchten Präbiotika, wie Gibson et al. (2017) erläutern.

Wann sind Präbiotika sinnvoll?
Bestimmte Präbiotika können die Darmmikrobiota unterstützen und die Häufigkeit des Stuhlgangs erhöhen. De Vries et al. (2019) fanden in einer Metaanalyse entsprechende Verbesserungen, insbesondere bei kurzkettigen Fruktanen. Ob sie bei Verstopfung helfen, hängt jedoch unter anderem von der Art der Ballaststoffe ab.
Bei empfindlicher Verdauung können Präbiotika auch Beschwerden verstärken. Besonders größere Mengen schnell fermentierbarer Ballaststoffe können Blähungen oder Bauchschmerzen verursachen. Eine Metaanalyse von Wilson et al. (2019) zeigte beispielsweise, dass bestimmte Inulin-Fruktane Blähungen bei Menschen mit funktionellen Darmbeschwerden verstärken können. Deshalb sollten präbiotikareiche Lebensmittel schrittweise in die Ernährung eingebaut werden.
Kann man Probiotika und Präbiotika kombinieren?
Probiotika und Präbiotika lassen sich kombinieren und können sich in ihrer Wirkung ergänzen. Kombinationen aus lebenden Mikroorganismen und gezielt verwertbaren Substanzen werden als »Synbiotika« bezeichnet, wenn ein gesundheitlicher Nutzen der Mischung nachgewiesen ist. Swanson et al. (2020) erläutern in einem wissenschaftlichen Expertenkonsens, dass die jeweilige Kombination entsprechende Kriterien erfüllen muss. Die gemeinsame Einnahme ist daher nicht automatisch wirksamer als die Einnahme einzelner Präparate.
Sind Probiotika und Präbiotika als Nahrungsergänzungsmittel nötig?
Gesunde Menschen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Probiotika- oder Präbiotika-Präparate. Präbiotische Stoffe lassen sich über eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung aufnehmen. Probiotische Präparate können bei bestimmten Beschwerden sinnvoll sein, wenn ihre Wirkung für den jeweiligen Anwendungsbereich wissenschaftlich belegt ist.
Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln gibt es einige Punkte zu beachten:
- Probiotika: Auf wissenschaftlich untersuchte Mikroorganismenstämme und die passende Dosierung achten.
- Präbiotika: Auf die enthaltenen Ballaststoffarten und deren Dosierung achten.
Bei schweren Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem solltest du probiotische Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.
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Fazit: Probiotika oder Präbiotika sind je nach Bedarf sinnvoll
Probiotika enthalten lebende Mikroorganismen und können bei bestimmten Verdauungsbeschwerden helfen, beispielsweise zur Vorbeugung von antibiotikabedingtem Durchfall. Wie gut Probiotika wirken, hängt davon ab, welche Bakterienstämme eingesetzt werden, in welcher Menge sie eingenommen werden und bei welchen Beschwerden sie helfen sollen.
Präbiotika dienen bestimmten Darmmikroorganismen als Nahrung und können deren Wachstum fördern. Für gesunde Menschen ist eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung eine gute Grundlage, um die Darmgesundheit zu unterstützen.
Zusätzliche Probiotika- oder Präbiotikapräparate sind für gesunde Menschen normalerweise nicht notwendig. Bei bestimmten Beschwerden können sie jedoch sinnvoll sein, sofern ihre Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. Entscheidend sind der individuelle Bedarf und die persönliche Verträglichkeit.
FAQ: Häufige Fragen zu Probiotika und Präbiotika
Wann sollte man Probiotika einnehmen – morgens oder abends?
Für Probiotika gibt es keinen allgemein empfohlenen Einnahmezeitpunkt. Ob die Einnahme vor, während oder nach einer Mahlzeit sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Präparat ab. Tompkins et al. (2011) stellten in einer Laboruntersuchung fest, dass bestimmte Bakterienkulturen mit einer Mahlzeit oder kurz davor besser überlebten. Diese Ergebnisse lassen sich jedoch nicht auf alle Probiotika übertragen.
Wie lange dauert es, bis Probiotika wirken?
Eine allgemeingültige Wirkungsdauer lässt sich nicht angeben. Manche Effekte werden bereits während einer zeitlich begrenzten Einnahme untersucht, andere erst über mehrere Wochen.
Bleiben Probiotika dauerhaft im Darm?
Die meisten probiotischen Mikroorganismen siedeln sich nicht dauerhaft im Darm an. Häufig sind sie nur während der Einnahme und für begrenzte Zeit danach nachweisbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie keinen gesundheitlichen Nutzen haben können.
Müssen Probiotika im Kühlschrank aufbewahrt werden?
Nicht alle Probiotika müssen im Kühlschrank gelagert werden. Manche Präparate sind bei Raumtemperatur haltbar, während andere gekühlt werden müssen. Entscheidend sind die Lagerungshinweise des Herstellers, damit möglichst viele Mikroorganismen bis zum angegebenen Haltbarkeitsdatum lebensfähig bleiben.
Was bedeutet KBE bei Probiotika?
KBE steht für »koloniebildende Einheiten« und beschreibt die Menge vermehrungsfähiger Mikroorganismen in einem Präparat. Eine höhere KBE-Zahl bedeutet allerdings nicht automatisch eine bessere Wirkung. Entscheidend ist, ob die enthaltenen Mikroorganismen in der jeweiligen Dosierung wissenschaftlich untersucht wurden.
Sind alle Ballaststoffe auch Präbiotika?
Nein, nicht jeder Ballaststoff ist automatisch ein Präbiotikum. Präbiotika müssen von bestimmten Mikroorganismen gezielt verwertet werden und dadurch einen gesundheitlichen Nutzen haben. Gibson et al. (2017) erklären in einem wissenschaftlichen Expertenkonsens, dass diese Voraussetzungen nicht für alle Ballaststoffe nachgewiesen sind.
Über die Autorin
Wissenschaftliche Quellen
- Hempel S, Newberry SJ, Maher AR, et al. Probiotics for the prevention and treatment of antibiotic-associated diarrhea: a systematic review and meta-analysis. JAMA. 2012;307(18):1959-1969. doi:10.1001/jama.2012.3507
- Dimidi E, Christodoulides S, Fragkos KC, Scott SM, Whelan K. The effect of probiotics on functional constipation in adults: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Clin Nutr. 2014;100(4):1075-1084. doi:10.3945/ajcn.114.089151
- Su GL, Ko CW, Bercik P, et al. AGA clinical practice guidelines on the role of probiotics in the management of gastrointestinal disorders. Gastroenterology. 2020;159(2):697-705. doi:10.1053/j.gastro.2020.05.059
- So D, Whelan K, Rossi M, et al. Dietary fiber intervention on gut microbiota composition in healthy adults: a systematic review and meta-analysis. Am J Clin Nutr. 2018;107(6):965-983. doi:10.1093/ajcn/nqy041
- Gibson GR, Hutkins R, Sanders ME, et al. Expert consensus document: the International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of prebiotics. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2017;14(8):491-502. doi:10.1038/nrgastro.2017.75
- de Vries J, Le Bourgot C, Calame W, Respondek F. Effects of β-fructans fiber on bowel function: a systematic review and meta-analysis. Nutrients. 2019;11(1):91. doi:10.3390/nu11010091
- Wilson B, Rossi M, Dimidi E, Whelan K. Prebiotics in irritable bowel syndrome and other functional bowel disorders in adults: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Clin Nutr. 2019;109(4):1098-1111. doi:10.1093/ajcn/nqy376
- Swanson KS, Gibson GR, Hutkins R, et al. The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of synbiotics. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2020;17(11):687-701. doi:10.1038/s41575-020-0344-2
- Tompkins TA, Mainville I, Arcand Y. The impact of meals on a probiotic during transit through a model of the human upper gastrointestinal tract. Benef Microbes. 2011;2(4):295-303. doi:10.3920/BM2011.0022
Weitere Quellen
– BRAINEFFECT. Gut Restore: 3-in-1 Kapsel für den Darm. Accessed October 17, 2026. https://brain-effect.com/products/gut-restore-kapseln
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